Sehr geehrter Baron von Engelhard

Sehr geehrter Baron von Engelhard,

Ich schreibe Ihnen als Gründer der “Fon Rogges Wohltätigkeitsstiftung” (www.fonrogge.lv) aus Lettland.
Ich habe mit Freude gelesen und erfahren, dass Sie die Grabstätte von Ihren Vorfahren gekauft und gepflegt haben. Genau diese Frage über die Pflege der verlassenen Grabstätten deutscher Adeliger und Freiherren in ganz Lettland liegt mir sehr nah am Herzen.

Das ist auch ein der Ziele der Stiftung – die Instandhaltung historischer kultureller Denkmäler, Instandhaltung von Gedenkstätten, die Pflege verlassener Gräber auf verschiedenen Friedhöfen, darunter auch die Pflege der Grabstätten deutscher Adeliger und Freiherren in Lettland.
Warum so?

Schon seit 1200 haben die Deutschen sehr nahe Verbindungen zu Lettland. Der Ordensmagister von Teutonen Gottfried von Rogge baute Burgen, richtete Mühlen ein und schuf Arbeitsstellen
(vielleicht auch mein Vorfahr). Mein Urgroßvater Johann Rogge hat 1849 die erste Papiermaschine in der Papiermühle Ligatne aufgestellt und in Gang gesetzt. Diese Fabrik wurde damals ein der modernsten Unternehmen Europas.

Ich selber bin jetzt 67 Jahre alt und bin ein Unternehmer. Ich baue Häuser in der Nähe von Sigulda und habe ein kleines Dorf eingerichtet.
Ich sehe meine Aufgabe darin, sich auch weiter mit der Wohltätigkeit zu beschäftigen, gleich wie es meine Vorfahren gemacht haben.
Und zur Zeit sehe ich das sehr wichtig, die Grabstätten deutscher Adeliger und Freiherren in Lettland in Ordnung bringen. Die Grüften sind noch während der Kriegszeit aufgebrochen worden, die Abdeckungen abgerissen, Reste der verzinkten Särge zusammen mit Knochen der Verstorbenen und Müll liegen herum. Da gibt es eine schreckliche Ansicht. Da die Grüften der Adeligen separat von anderen Grabstätten stehen, sind diese nicht gepflegt worden, und keiner hat auch vor dies zu tun.

Wenn niemand von diesem Thema nachgedacht hat, dann werde ich das den Menschen und auch Verwandten in Deutschland erinnern.
Auch mein Vater Bruno Otomars Igals-Rogge hat im Alter von 17 in der Armee vom Admiral Koltschak gekriegt. Später war er Offizier auf dem lettischen Schiff „Virsaitis (Häuptling)” und auch der Vorsitzende der Polizei von Rigaer Hafen, als die Deutschen herrschten, und er als viele andere groβe Männer wurde im Jahre 1946 in Sibirien in Uralen erschossen. Ich möchte, dass die Knochen meines Vaters und anderen da nicht herumliegen und die Hunde oder Wölfe sie da nicht fressen. Natürlich ist es so, weil niemand da darum sich kümmert und da gibt es auch keine Grabstätten. Aber hier in Lettland sind die Ahnen vielen Deutschen und das ist doch sehr wichtig diese Grabstätte in Ordnung bringen.

„Die Wohltätigkeitsstiftung Fon Rogge” ist bereit die Verantwortung und Organisation für die Säuberung der Gruften, das Einsärgen der sterblichen Überreste, Verschließen der Gruften mit Betonplatten, das Aufstellen von Gedenktafeln und die spätere Kontrolle zu übernehmen.

Ich habe eine groβe Bitte an Sie. Ich möchte, dass diese Information über schreklichen Zustand der deutschen Grabstätten in den deutschen Zeitschriften publiziert wird, damit die Menschen, die das trifft, sich einschalten könnten (moralisch und materiell, aller Art Hilfe leisten). Leider haben wir viele Artikel den deutschen Zeitschriften geschickt, doch niemand hat uns eine Antwort gegeben. Vielleicht haben Sie einen Rat, wie könnte diese wichtige Frage den Zeitschriften übergeben, damit das veröffentlicht wird.
Ich kann auch Thema treffende Fotoaufnahmen beschaffen und schicken.
 
Hochachtungsvoll
Olavs Igals von Rogge,
Gründer der “Fon Rogges Wohltätigkeitsstiftung”